„Herbstliche Serenade“ im Deutschordensschloß Kapfenburg 9.10.2016

Solistin: Anna-Sophie Dauenhauer

Programmheft der „Herbstlichen Serenade 2016

Bunte, britische Herbstserenade

Serenade In der Herbstserenade ist das Collegium musicum „very british“ unterwegs und hält kurz vor Schluss noch eine Überraschung parat.

Beate Krannich

Lauchheim

Die Werke, die das Collegium musicum auf der Kapfenburg in zwei Nachmittagskonzerten an diesem Sonntag präsentiert, sind alles andere als alltäglich. Es sind Schöpfungen englischer Komponisten, die dem Publikum eher unbekannt sein dürften.

Der 1945 in London geborene John Rutter ist durch geistliche Vokalmusik populär geworden. Im Fürstensaal ist die „Suite for strings“ zu hören. Ein viersätziges Stück, das die Wirkung von Klangfarben auslotet. Mitreißend schwungvoll, flirrend atmosphärisch. Wirkung entfaltet der dritte Satz in seinen prächtigen Streichermelodien, versilbert durch den Einsatz der Solovioline, die Konzertmeisterin Isolde Schmerek mit schönem Ton spielt. In kraftvoller Lautstärke endet die Suite. Da scheint der Saal mit seiner stuckverzierten Decke fast zu klein für den voluminösen Klang, den Dirigent Gero Wittich dem Ensemble abverlangt.

John Glenesk Mortimer ist ebenso wie Rutter ein zeitgenössischer Komponist. Von ihm erklingt das „Caledonian Concerto“ für Violine und Streichorchester. Als Solistin ist die junge Geigerin Anna Sophie Dauenhauer zu bewundern, deren tonliche Gestaltung von Anfang an gefällt. Warm und dunkeltönig bringt sie die spröde Schönheit der Melodien im Allegro zum Leuchten und bezaubert mit süßem feinen Gesang der Saiten im langsamen Satz, sensibel begleitet vom Orchester.

Im Finale geht es rasant und temperamentvoll zu. Virtuos windet sich die Solovioline durch Höhen und Tiefen. In der brillanten mehrstimmigen Kadenz zeigt die junge Künstlerin noch einmal ihr herausragendes Können. Das honorieren die etwa 120 Zuhörer mit Bravorufen und Applaus.

Eine weitere Suite steht auf dem Programm. Gustav Holst, der durch das Orchesterwerk „Die Planeten“ berühmt wurde, schrieb die „St. Paul‘s Suite“. Eine farbenfrohe Musik voller Effekte, die das Kammerorchester so lebendig interpretiert, dass vor allem das Finale in seiner Ausgelassenheit auf die Zuhörer ansteckend wirkt. Traditionelle englische und irische Volkslieder in wohlklingenden Arrangements beschließen das Programm.

Kurz vor Ende zaubert Gero Wittich noch eine kleine Überraschung aus dem Hut. Das von ihm angekündigte „besondere Cello“ entpuppt sich als waschechter Dudelsack, den der Cellist James Beattie nun zur Hand nimmt und gekonnt bedient. Der typisch durchdringende Klang sorgt im Zusammenspiel mit den Streichern für besonderen Reiz und beschert dem Publikum, wie das ganze Konzert, großes Vergnügen.

 

 

 

©Schwäbische Post

 

Farbenfrohe Klänge von der Insel

Collegium Musicum überzeugt bei der Kapfenburg-Serenade mit britischen Kompositionen

Lauchheim-Hülen sz Mit zwei Aufführungen hat am Sonntagnachmittgag im Fürstensaal der Kapfenburg das Collegium Musicum seinen Besuchern musikalische Impressionen von der britischen Insel gegeben. Hierbei dominierten Werke zeitgenössischer englischer Komponisten.

Zum Auftakt erklang eine „Suite for Strings“, von John Rutter, einem 1945 geborenen Londoner. Schon diese Interpretation des viersätzigen Werks durch das Ensemble des Aalener Kammerorchesters ließ vor dem geistigen Auge der Zuhörer ein freundlicheres Bild von der Insel entstehen, als das was in „Nachrichten 2016“ bislang auf den Kontinent gelang. Dennoch konnte man in der Wiedergabe des „Colourful Sounds from Britain“, wie Dirigent Gero Wittich das Programm überschrieben hatte, auch etwas von Leidenschaften, Temperamenen und auch vom Eigenwillen der Inselbewohner spüren.

Anna Sophie Dauenhauer glänzt als Solistin

Den Namen „Caledonian“, die lateinisch-keltische Bezeichnung von Schottland, hat der 1951 in Edinburgh geborene John Glenesk Mortimer einem von ihm komponierten Concerto für Solo-Violine gegeben. Die Aufführung dieses Werkes mit der europaweit bekannten Geigerin Anna Sophie Dauenhauer war der Höhepunkt der Kapfenburg-Serenade. Die mehrfach bei Wettbewerben mit Preisen ausgezeichnete Geigengenvirtuosin glänzte mit dem dreigliedrigen Werk, einer Hommage des Komponisten an seine Heimat. Besonders eindrucksvoll vermittelte die Solistin diese musikalische Heimatbeschreibung, so dass auch Charaktere schottischer Landschaften vor den inneren Augen des Zuhörers Gestalt annahmen.

In der „St. Paul’s Suite“ von Gustav Holst (1874 bis 1934) kam der irische „Jilg“ zu Ehren. Mit dem Einstudieren dieses Werkes hat Gero Wittich sein Aalener Orchester auf ein erstaunliches Niveau geführt. In Soli der Violine hörte man das besonders schön, allen voran von Konzertmeisterin Isolde Schmerek mit träumerisch verklingenden Tönen und auch einem akzentuierten, abrupten Schlussstrich beim Finale.

Mit traditionellen englischen und irischen Volkslieder gab das Ensemble der beschwingten Musikstunde einen heiteren Ausklang und ließ auch noch einen Dudelsack erklingen – mit dem Orchestercellisten James Beattie als Solist am schottischen Nationalinstrument.

© Schwäbische.de

Collegium musicum Aalen